Projektauftrag: Zukunft entwerfen

Den Einstieg in den kreativen Prozess bildet eine Zukunftswerkstatt, in der die Studierenden gemeinsam zunächst - bewusst von Gegebenheiten und Sachzwängen losgelöst - erste Ideen entwickeln. Eine Exkursion zu den IFAS-Modellvorhaben in Schwerin, Kassel und Sangerhausen gibt den Zukunftsvisionen ihren konkreten Bestimmungsort und stellt den Ortsbezug her, der im sozialen Raum stattfindet - in der Stadt, im Quartier, in der gebauten Umwelt und mit den begleitenden Akteuren vor Ort, die nicht nur den fachlichen Kontext vermitteln, sondern auch die Schnittstellen zur Stadtgesellschaft bilden.

In der Entwurfswerkstatt werden die Visionen der Studierenden und die Situation vor Ort zusammengeführt und zu ganz unterschiedlichen orts- und quartiersbezogenen Konzepten und Strategien weiterentwickelt. Ziel ist, ein Quartier in einer konkreten Stadt mithilfe der weit in die Zukunft reichenden Visionen zu entwerfen. Im Sinne von Ernst Blochs "Prinzip Hoffnung" werden so gemeinsam konkrete Zukunftsvisionen erarbeitet:

"reale Demokratie...so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Zukunft scheint und worin noch niemand war: Heimat". Im abschließenden Kolloquium im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in Berlin haben alle Beteiligten die Gelegenheit, die Ergebnisse zu präsentieren und sich einer ersten kritischen Öffentlichkeit und deren Fragen zu stellen (siehe Entwürfe).


 
 
 
Entwurfswerkstatt

In der Entwurfwerkstatt werden die Visionen aus der Zukunftswerkstatt auf die Situation vor Ort bezogen und zu schlüssigen Konzepten und Realisierungsstrategien weiterentwickelt. Sechs hochschulübergreifende Entwurfsgruppen arbeiten mit ganz unterschiedlichen Visionen und Perspektiven daran, ihre Ideen in den drei Städten umzusetzen. Die Studierenden wenden ein breites Spektrum von Entwurfsmethoden an, das vom Brainstorming und der klassischen Bestandsanalyse über die Formulierung von Leitbildern und Szenarien bis zum Modellbau reicht. Fachlicher Austausch, Kommentierungen und Konsultationen zwischen den Arbeitsgruppen und den ProfessorInnen der beteiligten Universitäten ergänzen den kreativen Prozess der einzelnen Gruppen.

KASSEL | ROSINEN RAUSPICKEN

Die beiden Quartiere Entenanger und Pferdemarkt sind durch eine Verkehrsschneise der 1970er Jahre getrennt. Wie lassen sich Barrieren abbauen und Verbindungen schaffen? Wie kann Natur in die Stadt integriert werden?

KASSEL | FLEXOPOLY

Wie kann das sehr abstrakte Spiel Flexopoly in den Quartieren Pferdemarkt und Entenanger realisiert werden? Wie müssen Spielregeln angepasst werden?

SCHWERIN | FLEXOPOLY

Welche Form kann Flexopoly in Neu Zippendorf und Mueßer Holz annehmen? Ist der Rückbau das einzige Instrument? Welche Potentiale bietet die Lage zwischen Wald und See?

SCHWERIN | QUARTIERSRÄUME

Was sind die stärksten Ideen aus den Utopien? Wie kann der Rückbau gut durchdacht vonstatten gehen? Welches Verkehrsmittel ist für das zukünftige Quartier Neu Zippendorf und Mueßer Holz am geeignetsten?

SANGERHAUSEN | PLATTE

Wie können die lokalen und globalen Krisen als positiver Impuls für das Quartier Othaler Weg wirken? Heute prognostizierte Entwicklungen müssen nicht zwangsläufig eintreffen! Die Krise kann auch als Chance begriffen werden.

SANGERHAUSEN | AM BERGMANN

Wie kann der sorgsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein Motor der Stadtentwicklung werden? Bergbautradition und innovative Energien sollen in der Westsiedlung eine neuartige Symbiose eingehen.

 
Öffentliches Kolloquium

Im Februar 2009 erhalten die Studierenden schließlich die Möglichkeit, ihre Ergebnisse erstmals im Rahmen eines öffentlichen Kolloquiums zu präsentieren und auszustellen. Zu dieser Veranstaltung kommen die am Projekt beteiligten ProfessorInnen, VertreterInnen des BMVBS, BBSR und der Forschungsassistenzen des IFAS-Forschungsfelds sowie VertreterInnen der Kommunen sowie externe ExpertInnen und Gäste im Erich-Klausener-Saal des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zusammen.

 
Präsentationen in den Kommunen

Das positive Feedback beim öffentlichen Kolloquium im BMVBS und der nachdrücklich geäußerte Wunsch der Vertreterinnen und Vertreter aus den Modellvorhaben wird zum Anlass genommen, das Projekt "Innovationen für Stadtquartiere der Zukunft" um Folgeveranstaltungen in den IFAS- Kommunen Kassel, Sangerhausen und Schwerin zu ergänzen. Die Studierenden erhalten so die Gelegenheit, ihre Ideen am konkreten Bestimmungsort den lokalen Akteuren vorzustellen und mit ihnen zu diskutieren.

 

Ein Projekt derKoordiniert durch