Sommerschule

Gruppenarbeit während der Sommerschule

Aufbauend auf den Arbeitsergebnissen der neun Vorbereitungskurse an den einzelnen Universitäten haben die Studierenden eine Woche lang in hochschulübergreifenden Gruppen intensiv zum Thema "Unsichtbare Stadt" zusammengearbeitet.
Ziel war dabei das gemeinsame Explorieren und Umsetzen von Visionen und Ideen für die Städte von morgen. Es ging darum, neue Analysemethoden, neue Darstellungsformen sowie innovative Ansätze für die Praxis zu entwickeln. Im Zentrum der gemeinsamen Arbeitswoche standen die Fragen:


Die sechs Tage der Sommerschule waren in zwei Arbeitsphasen untergliedert und wurden durch Exkursionen sowie einen Filmabend abgerundet:

Kritikphase

  • Seminarthemen aufbrechen und neu zusammenmischen, neue Blickwinkel kennenlernen
  • Entwickeln von assoziativen Zwischenprodukten

2. Das Sichtbare

Was soll sichtbar bleiben oder werden?

1. Das Unsichtbare

Was soll unsichtbar bleiben oder werden?

Visions- und Umsetzungsphase

  • Entwickeln von Visionen und Lösungsansätzen in Kleingruppen zu selbstgewählten Themen
  • Vertiefen des Themas, Erarbeiten von Produkten

4. Konzepte

Ansätze und Methoden für die Planung

3. Vision

Was sind Zukunftsbilder der unsichtbaren Stadt?


Kritikphase

Das Unsichtbare

In dieser ersten Phase standen städtische Elemente im Mittelpunkt, die unsichtbar bleiben bzw. werden sollen, und es wurde diskutiert, warum dies aus der Sicht der Studierenden so sein soll, und welche Qualitäten dem Unsichtbaren inne wohnen. Dies diente wiederum als Ausgangs- und Kristallisationspunkt für eine Auseinandersetzung mit der zukünftigen Rolle von StadtplanerInnen im Hinblick auf die unsichtbare Stadt: Muss Stadtplanung immer alles sichtbar machen? Welche Interessen stehen hinter der (Un-)Sichtbarmachung bestimmter städtischer Elemente? Die Ergebnisse wurden von sechs Arbeitsgruppen in ersten assoziativen Zwischenprodukten festgehalten, die das Unsichtbare in Städten entlang folgender Themen fassen: Grenzen und Barrieren, Konfliktpotenziale und Planungsprozesse, Atmosphäre und Sicherheit, Virtualität, unsichtbare Aspekte von Graffiti sowie subversive Strategien.

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Das Sichtbare

In der zweiten Arbeitsphase ging es um die explizite Auseinandersetzung mit dem Sichtbaren, also um städtische Elemente, die sichtbar bleiben bzw. werden sollen. Dabei stand einerseits die Frage im Mittelpunkt, inwiefern unterschiedliche Qualitäten von Sichtbarkeit für Stadtplaner/innen, Stadtbewohner/innen und die Gestalt bzw. das Image von Städten prägend sind. Andererseits spielten auch unterschiedliche Abstufungen von Sichtbarkeit sowie die Nutzung unterschiedlicher Medien und Formate zur Sichtbarmachung eine zentrale Rolle. Analog zur ersten Phase wurden von sechs Arbeitsgruppen assoziative Zwischenprodukte entwickelt, die den Umgang mit dem Sichtbaren in Städten anhand folgender Dimensionen thematisierten: Verfall, Subkultur, Verschwendung, Baukultur, Identität schafft Identifikation sowie Identität und Planung.

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Visions- und Umsetzungsphase

Vision und Konzepte

Plakatausstellung während des Hochschultags

Aufbauend auf den Erkenntnissen aus den Phasen "Das Unsichtbare" und "Das Sichtbare" und den Ergebnissen der Vorbereitungskurse wurden eigene Ideen und Konzepte für den zukünftigen Umgang mit (Un-)Sichtbarkeit entwickelt. Schnell wurde klar, dass es dabei vor allem auch darum geht, die Rolle der Stadtplanung im Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit zu definieren. Nicht alles darf sichtbar gemacht werden. Bestimmte Dinge müssen sogar „im Dunkeln“ verbleiben (Privatsphäre, sensible Daten), um die Stadt lebenswert und funktionsfähig zu halten. Die fortwährende normative Debatte um (Un-)Sichtbarkeit -wer was sichtbar oder unsichtbar machen will, was unsichtbar bleiben muss oder sichtbar werden soll- ist grundlegend für ein demokratisches Miteinander im städtischen Leben. In diesem Bewusstsein ging es den Studierenden weniger darum bestimmte Elemente generell sichtbar zu machen, als vorrangig darum Ansätze für Planer/innen zu entwickeln, um unsichtbare, die Stadt prägende Elemente zu dechiffrieren, zu verstehen und damit greifbar zu machen. Es haben sich vier Themen herauskristallisiert, anhand derer die Studierenden sich dieser Aufgabe gestellt haben. Zu den Themen Eigenart, Aneignung, Sinnlichkeit und virtuelle überlagerungen wurden zunächst Visionen entworfen. Im nächsten Schritt wurden als Annäherung an die zuvor formulierten Visionen theoretische und praktische Lösungsansätze zum planerischen Umgang mit (Un-)sichtbarkeiten erarbeitet. Dabei entstanden insgesamt vier Produkte mit unterschiedlichen Medien, Materialien und Darstellungsformen.

Die sich durch alle Themen ziehende, normative Debatte um (Un-)sichtbarkeiten bildet die Klammer um den gesamten Arbeitsprozess von Beginn des Sommersemesters 2010 bis zur öffentlichen Präsentation der Ergebnisse durch die Studierenden auf dem 2. Hochschultag "Nationale Stadtentwicklungspolitik" im November 2010.


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Ein Projekt im Rahmen der
Nationalen Stadtentwicklungspolitik
Koordiniert durch