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Neuigkeiten aus Erfurt – „Fußabdrücke – Zeig uns deine Stadt!“

Unser Projekt „Fußabdrücke – Zeig uns deine Stadt!“ schreitet voran und wir können bereits auf einige interessante Gespräche und Treffen mit unterschiedlichen Akteuren zurückblicken. Im Rahmen des Studienprojektes zur Bildenden Stadt setzen wir uns mit der Lebenswirklichkeit von jugendlichen Flüchtlingen in Erfurt und der Frage was wir daraus lernen können auseinander.

Nachdem seitens der Lessingschule in Erfurt die Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert wurde, war die Euphorie in der Projektgruppe groß und wir blickten zuversichtlich dem Gespräch mit der Schulleitung entgegen. Die Lessingschule betreut in einer sogenannten Vorschaltklasse Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien, die dort auf die Teilnahme am regulären Schulunterricht vorbereitet werden sollen. Auf das erste Gespräch mit der Direktorin folgte jedoch die Ernüchterung. Ob und wie viele der Jugendlichen bis zum Ende des Projektes dabei sein können, ist ungewiss, da ihnen im August die Abschiebung in ihre Herkunftsländer Kosovo und Mazedonien droht. Diese Tatsache lässt es umso wichtiger erscheinen, gemeinsam mit den Jugendlichen eine schöne und in vielerlei Hinsicht aufschlussreiche Zeit in Erfurt zu verbringen.

Nachdem wir bereits Gelegenheit hatten, die 16 Jugendlichen der Vorschaltklasse – wobei der Begriff des „Vorschaltens“ in Anbetracht der geschilderten Umstände durchaus kritisch zu betrachten ist – bei einem ersten Treffen kennenzulernen, war es an der Zeit, weitere Projektpartner und Unterstützer mit ins Boot zu holen, um das Projekt und dessen Realisierung auch von finanzieller Seite abzusichern. Damit die Jugendlichen ihre Eindrücke und Erfahrungen, die sie während des Aufenthalts in Erfurt sammeln, dokumentieren können, wurden zunächst Einwegkameras benötigt. Das Fotostudio „Stilmoment“ aus Erfurt konnte sich für unser Projekt begeistern und unterstützt uns mit einer Sachspende in Form von 35 Einwegkameras. Weiterhin ist es uns geglückt, den „LAP – Lokaler Aktionsplan gegen Rechtsextremismus“, der sich in Trägerschaft von Radio F.R.E.I. befindet sowie den Verein „SuRban – Verein zur Förderung der Fachrichtung Stadt- und Raumplanung der FH Erfurt“ für unser Vorhaben zu gewinnen. Beide Vereine fördern das Projekt durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln und unterstützen uns damit bei dem Vorhaben, auf die Situation jugendlicher Flüchtlinge in Erfurt aufmerksam zu machen und auch die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.

In den folgenden beiden Wochen haben die Jugendlichen nun Gelegenheit, ihre Fußabdrücke an unterschiedlichen Orten in der Stadt zu hinterlassen und uns ihre Stadt zu zeigen. Die Jugendlichen und die gesamte Projektgruppe freuen sich auf eine gemeinsame Zeit, die uns die Lebenswirklichkeit von jugendlichen Flüchtlingen in Erfurt ein wenig näher bringen soll.

Unter dem Hashtag #zeigunsdeinestadt auf Facebook und über die Pinnwand der Bildenden Stadt veröffentlichen wir Neuigkeiten zum Projekt und halten euch auf dem Laufenden!

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön auch an die Unterstützer des Projekts:

LAP – Lokaler Aktionsplan gegen Rechtsextremismus

Stilmoment GbR

SuRban e. V. – Verein zur Förderung der Fachrichtung Stadt- und Raumplanung der FH Erfurt

Autor: Fachhochschule Erfurt

Projekte im Kontext der bildenden Stadt beim Make City Festival in Berlin

In den kommenden zwei Wochen (11.-28. Juni) findet in Berlin das Make City Festival für Architektur & Andersmachen statt. Dort werden viele interessante und kostenlose Veranstaltungen angeboten; darunter auch zwei, die sich im Kontext der bildenden Stadt bewegen. Diese möchten wir euch kurz vorstellen:

  • Donnerstag 18. Juni:
    Auf dem Weg zur Stadt als Campus – Diskussion und Buchvorstellung
    Letzten Monat haben wir euch bereits Stadt als Campus – das Netzwerk für wissensbasierte und aktivierende Stadtentwicklung – vorgestellt. Bei dieser Veranstaltungen könnt ihr gemeinsam mit den Herausgebern über ihr gerade erst veröffentlichtes Buch diskutieren.
  • Samstag 20. Juni:
    Spielen mit der Stadt – Sensibler Urbanismus nimmt die Bedürfnisse von Kindern nach unfertigen Orten ernst
    In der Bauhütte am ehemaligen Blumengroßmarkt in Friedrichshain, werden seit Mai 2015 unter anderem Projekte zu Stadtpolitik, Jugend und Ausbildung sowie Zwischennutzungen angeboten. In der Veranstaltung zum Make City Festival werden verschiedene Gesprächspartner ihre Erfahrungen und Projekte zum Thema „Sensibler Urnanismus“ vorstellen. Sensibler Urbanismus beschäftigt sich mit unfertigen Orten und unterstützt Kinder dabei, sich mit in den Entwurfsprozesse einzubringen.

Jugendliche bauen die faire Stadt der Zukunft in Minecraft

Minecraft, eines der meistverkauften Computerspiele weltweit, ist besonders unter Jugendlichen sehr beliebt. Im Spiel kann man nach dem Legoprinzip Gebäude aus kleinen Blöcken errichten und eigene Welten erschaffen. Die Junge Akademie der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. hat erprobt was passiert, wenn Minecraft in partizipativen Stadtplanungsprojekten eingesetzt wird und Jugendliche mit dem Spiel ihre eigene Vision einer fairen Stadt umsetzen. Die jungen TeilnehmerInnen haben gemeinsam im Projekt die Stadt der Zukunft gebaut, die aus mehreren Stadtvierteln zu unterschiedlichen Themen – darunter auch eins zum Thema Bildung – besteht.

Stadtbaustein Bildung – Sammelband erschienen

Die Schnittstellen zwischen Bildung und Stadtentwicklung sind ein wichtiges und aktuelles Forschungsthema, dem sich das Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen an der TU Berlin widmet. Zusammen mit Thomas Coelen haben Angela Million und Juliane Heinrich vom Institut für Stadt- und Regionalplanung den Herausgeberband „Stadtbaustein Bildung“ auf den Weg gebracht. Der Band ist nun als E-book erschienen und als gedruckte Version in 4 Wochen erhältlich.

Aus den Blickwinkeln von Forschung und Praxis werden aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen in ihrem lokalen Kontext sowie in Quartier, Stadt und Region präsentiert und diskutiert.

Das Buch ist im Rahmen des Forschungsprojekts „DFG: Lokale Bildungslandschaften und Stadtentwicklung. Schnittstellen und Verflechtungen“ entstanden, welches  inhaltliche und räumliche Schnittstellen und Verflechtungen zwischen Bildung und Stadtentwicklung auf unterschiedlichen Maßstabsebenen untersucht.

Stadt als Campus: Wanderausstellung und Buch

Stadt als Campus ist ein Netzwerk, dass Projekte für eine wissensbasierte und aktivierende Stadtentwicklung ins Leben ruft. Das Netzwerk setzt Impulse durch Projektentwicklungen in kleinem Format, die auch in Gemeinden abseits der großen Metropolen umsetzbar sind.

Im Dezember 2014 ist ein Buch zum Projekt erschienen und die Wanderaustellung „Auf dem Weg zur Stadt als Campus“ macht bis Ende diesen Jahres halt in den Städten Dessau-Roßlau, Hamburg, Offenbach am Main, München und Bochum.

IBA Hamburg: Bildungsoffensive Elbinseln

Viele der Projekte der Internationalen Bauausstellung in Hamburg (2006–2013) beschäftigen sich mit dem Thema Bildung in den bis dato vernachlässigten Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel. Im Rahmen der „Bildungsoffensive Elbinseln“ sollten dort zukunftsweisende Bildungslandschaften entwickelt werden, die die soziale Lage der Anwohner stärken und die Elbinseln als Wohnstandort attraktiver machen. Im Rahmen der IBA wurden nicht nur neue Bildungsbauten errichtet, sondern auch konzeptionelle und strukturelle Veränderungen eingeführt.

„Die Bildungseinrichtungen sollen sich immer deutlicher zu offenen Orten entwickeln, an denen Menschen unterschiedlichen Alters optimale Bedingungen vorfinden, um gemeinsam mit und voneinander zu lernen und zu kommunizieren (iba-hamburg.de, o.D.).“

Weitere Informationen:

Bildungsräume auf dem Wasser

Das Entwurfsprojekt der HCU Hamburg „Stadt auf’s Wasser“ beschäftigt sich in diesem Semester mit der Frage, wie Städte auf dem Wasser weiter entwickelt werden können. Dabei interessiert insbesondere, inwiefern auf dem Wasser auch neue Bildungsräume und „Lernlandschaften“ entstehen können.

Drei sehr interessante Projekte, die sich bereits mit Bildungsräumen auf dem Wasser beschäftigen, sollen hier kurz vorgestellt werden:

„Haus der Projekte“, Hamburg (IBA-Projekt)

Das „Haus der Projekte“ ist aus einer kleinen Segelschule für Jugendliche im Stadtteil Veddel entstanden. Die Jugendlichen können hier nicht nur den Segelsport erlernen, sondern auch handwerkliche Fähigkeiten zum Bau oder zur Reparatur von Booten erwerben. Darüber hinaus werden unter Anleitung von EDV-Fachkräften Medien-Kompetenzen oder durch gemeinsames Kochen auch soziale Kompetenzen vermittelt. Eine Zusammenarbeit zwischen dem „Haus der Projekte“ und der Schule im Quartier ist mittlerweile fest im Lehrplan verankert.


 „Makoko Floating School“, Lagos, Nigeria

Es handelt sich hierbei um einen schwimmenden Prototyp, der errichtet wurde, um für einen immer weiter auf die Lagune hinaus wachsenden Slum einen Schul-und Bildungsraum zu schaffen. Das nigerianische Architekturbüro NLÉ hat hierbei über die eigentlichen Anforderungen hinausgehend einen multifunktionalen Ort geschaffen, welcher neben einem Klassenzimmer im Obergeschoss auch einen öffentlichen Raum im Erdgeschoss vorsieht, welcher als Spielraum, Marktplatz oder Bildungsraum gleichermaßen genutzt werden kann.


 „House of Water“, Kopenhagen, Dänemark

Der Entwurf einer künstlichen Insellandschaft im Hafen von Kopenhagen soll gleichzeitig Naherholungs-, Bildungs- und Ausstellungsraum werden. Jede Erhebung der geplanten Hügellandschaft soll einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Nutzungen von Wasser thematisiert werden können, wie zum Beispiel der Umgang mit Abwasser, der Verlust von Wasser beim Transport, neue Pump- und Kraftwerksysteme, aber auch Freizeitnutzungen, wie Schwimmen oder Kanu fahren.

Schulumbau sichtbar machen

Im Wintersemester 2014/2015 fand an der Bauhaus-Universität Weimar das Projekt „Schulumbau sichtbar machen“ statt, an dem 7 Studierende der Studiengänge M.Sc. Architektur und 8 Studierende des Studiengangs B.Sc. Urbanistik in Zusammenarbeit mit den Kulturagenten für kreative Schulen teilnahmen.

In einem gemeinsamen Partizipationsprozess mit SchülerInnen, LehrerInnen und AnwohnerInnen der Jenaplanschule Weimar sind Entwürfe für einen multifunktional nutzbaren Pavillon auf dem Schulgelände entstanden, der den Schulumbauprozess der nächsten Jahre sichtbar machen soll.

Viele weitere Infos zu den Entwürfen und dem Partizipationsprojekt gibt es auf der Webseite zum Projekt www.schulbauhaus.de.

Im Sommersemester 2015 sollen die Entwürfe für den Pavillon im Projekt „Ein Bau-Haus für die Schule – Mit Kindern planen und bauen“ umgesetzt werden.

StadtLandSchule – IBA Kandidat für die IBA Thüringen

Seit dem 30. September 2014 stehen sie fest – die 16 Kandidaten für Projekte der Internationale Bauausstellung Thüringen, die möglicherweise innerhalb eines 10-jährigen Zeitraums bis 2023 im Freistaat präsentiert werden sollen.

Eines dieser IBA Kandidaten ist das Projekt „StadtLandSchule (JENAplantypERFURTinWEIMAR): Umbau einer Typenschule in eine Schule der Zukunft“ der Stadt Weimar in Partnerschaft mit der Bauhaus-Universität Weimar.

Nach Ablauf der Projekt-Qualifizierungsphase wird sich entscheiden, ob StadtLandSchule den Status „IBA Projekt“ erhalten und bis zum Jahr 2023 umgesetzt wird. Es bleibt also spannend!

Die bildende Stadt in Maastricht

Wir, eine Gruppe von fünf Studierenden der TU Dortmund, beschäftigen uns in diesem Semester im Rahmen des Master-Entwurfes mit der Thematik der bildenden Stadt.

Die vielbefahrene Stadtautobahn Maastrichts A2 wird umgebaut und untertunnelt. Was entsteht sind große Freiflächen mitten in der Stadt. In dem heterogenen Gebiet liegen einige Bildungseinrichtungen.

Im Rahmen des Projektes „De Groene Loper“ (Der Grüne Läufer) bestehen verschiedene Ideen zur Entwicklung dieser Flächen, wobei die Realisierbarkeit nicht gesichert ist. Wir werden hierzu Ideen im Hinblick auf die bildende Stadt entwerfen. Wir freuen uns, die gesammelten Erkenntnisse bei der Sommerschule im September einbringen zu können.

Der nachfolgende Link bietet weitere Informationen über das Projekt „De Groene Loeper“:

A2 Maastricht

2015-04-22

AutorInnen: ProjektteilnehmerInnen der TU Dortmund